Fonds vs. ETF

Vertraut man auf die Erfahrung von echten Profis, wird man schneller mit Profit Erfahrung machen, als wenn man auf den Durchschnitt setzt.

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Der menschliche Instinkt für höhere Rendite. Fonds vs. ETF – niemals von der Masse blenden lassen.

Ist ein einzelner Mensch fähig, bessere Entscheidungen zu treffen als der Markt? Man sollte doch davon ausgehen können, dass viele Entscheider (und Mitentscheider) profitablere Ergebnisse verursachen, als das Individum. Das kann bei vielen Bereichen stimmen - beim Fondsgeschäft herrschen jedoch andere Regeln:

Der Fondsmanager eines aktiv gemanagten Fonds hat seine Entscheidungskraft aufgrund einer weitreichender Expertise und eines ausgeprägten Instinktes perfektioniert. Natürlich nutzt auch er die Auswertungen eines Analystenteams, doch am Ende zählt sein menschliches Gespür für neue Chancen. Chancen, die er im Streben nach der positiven Wertentwicklung des Fonds ergreift. Ein ETF orientiert sich im Gegenzug ausschließlich am Index, der einen Querschnitt der Entwicklung eines Marktes darstellt. Der Markt stützt sich auf viele unterschiedliche Finanzprodukte und Teilnehmer. Seine Entwicklung ergibt sich demzufolge aus der Masse. Computer wählen automatisch jene Wertpapier-Titel für den Fonds aus, welche den Benchmark so nah wie möglich nachbilden. Ein aktives Fondsmanagement benötigt man nicht mehr.

Ob ein aktiv gemangter Fonds oder ein ETF für Sie vorteilhafter ist, hängt von Ihrer persönlichen Einstellung zum optimalen Anlagegeschäft ab. Eine Zusammenfassung der beiden Fondstypen hilft weiter.

Die Art des Fondsmanagements. Aktiv und Passiv – worin liegt der Unterschied?

Investmentfonds

Kapitalanlagen werden durch ein aktives oder passives Management verwaltet. Der klassische Investmentfonds wird aktiv gemanagt. Ein Fondsmanager verfolgt eine festgelegte Strategie und entscheidet über die Zusammensetzung eines Fonds. Er übernimmt aktiv die Auswahl der Wertpapiere, welche in den Fonds aufgenommen, gehalten oder wieder veräußert werden. Dieser Fonds zielt darauf ab, gegenüber einem bestimmten Index (Benchmark) von einer Überrendite (Outperformance) zu profitieren. Wie hoch Investmentfonds in der Gunst der Anleger stehen, zeigt das in Europa betreute Fondsvolumen von mittlerweile zehn Billionen Euro. Mit rund 39 Prozent liegt der Großteil des Vermögens in Aktienfonds, gefolgt von rund 27 Prozent in Rentenfonds. Mischfonds bringen es auf 17 Prozent, Geldmarktfonds auf 13 Prozent. Immobilienfonds machen rund zwei Prozent aus (Stand Juli 2017).

Indexprodukte

Die Indexprodukte ETF (Exchange Traded Funds) und Indexfonds setzen auf ein passives Management. Dieser Ansatz zeichnet sich dadurch aus, dass ein Index nachgebildet wird. Die Zusammensetzung des Fonds wird dadurch bestimmt, welche Wertpapiere aufgrund der Indexentwicklung gekauft, gehalten oder verkauft werden. Die Titelauswahl im Fonds erfolgt also nicht auf Basis der attraktiven Renditechancen einzelner Papiere am Markt sondern aufgrund der Wertentwicklung von Papieren, die sich dem Index annähern. Ein Fondsmanager, wie beim aktiv gemanagten Fonds, wird nicht benötigt. Der Verzicht auf das kostspielige aktive Fondsmanagement bedeutet eine günstigere Gebührenstruktur als beim klassischen Investmentfonds. Die Renditechancen können dadurch allerdings auch geringer ausfallen. Bei aktiv gemanagten deutschen Aktienfonds liegen die Managementgebühren bei ungefähr 1,5 Prozent im Jahr. Bei ETF, also passiv gemanagten Fonds, fallen durchschnittlich 0,2 Prozent jährlich an. Das Verhältnis zwischen den Ertragschancen und der Kostenersparnis beim ETF steht jedoch in keiner Relation. Lassen sich Anleger dennoch von der Funktionsweise und den geringen Gebühren eines ETF (oder Indexfonds) überzeugen, sollte vor einer Investitionsentscheidung auf jeden Fall das Volumen dieser Fonds beachtet werden: In der Finanzbranche rechnet man damit, dass ein ETF bzw. ein Indexfonds wenigstens 100 Millionen Euro von Anlegern ansammeln muss, damit die Fondsgesellschaft überhaupt erst einen Gewinn erzielen kann. Der Fonds sollte die Kundengelder innerhalb von drei Jahren anziehen, wenn keine Schließung riskiert werden soll. Anhand einer Studie von Thomson Reuters Lipper, einem Fondsanalysten, haben es mehr als 400 Indexfonds nicht geschafft, die 100-Millionen-Euro-Grenze in 36 Monaten zu erreichen. Ungefähr 240 Indexfonds konnten nach drei Jahren nicht einmal mehr als 50 Millionen Euro anziehen. Die Anbieter von Indexprodukten nutzen den sehr dehnbaren Handlungsbereich, wenn es darum geht, ein unprofitables Indexprodukt in deren Produktpalette zu halten. Ausgleichend dazu, fördern sie andere Finanzprodukte quer durch den Markt.

Abhängig von Indizes aber doch verschieden. Was sind ETF und was Indexfonds?

Die Preise der ETF werden an der Börse in Bruchteilen einer Sekunde angepasst. Beim Indexfonds geschieht das wesentlich langsamer: Nur einmal täglich wird der Nettoinventarwert festgestellt, der vom Schlusskurs der Aktien abhängig ist. Beim Indexfonds befinden sich alle Wertpapiertitel tatsächlich im Fonds. Es ist also nicht üblich, die Entwicklung des Index über einen Swap (ein derivates Finanzinstrument) nachzubilden, wie das bei einigen ETF vorkommt.

Besser kritisch betrachten. Das ETF-Prinzip – Vorsicht ist geboten.

ETF bilden die Wertentwicklung eines bestimmten Aktienmarkts in seiner Vollständigkeit ab. Zieht ein Index, wie zum Beispiel der Dax, um drei Prozent an, steigt auch der ETF, also zum Beispiel ein Dax-ETF, um drei Prozent. Sinkt der Index um drei Prozent, verliert auch der ETF drei Prozent seines Wertes. Das ist die Theorie des ETF-Prinzips, in der Realität müssen Anleger dennoch mit Abweichungen und Schwierigkeiten rechnen. Erfahrungsgemäß kann es kein ETF leisten, den Index zu hundert Prozent richtig abzubilden. Abweichungen können in ihrer Ausprägung stärker oder schwächer sein. In der Finanzsprache wird die Abweichung auch als Tracking-Difference bezeichnet.

Ist das Ausmaß der Tracking-Difference groß, arbeitet der ETF-Anbieter nicht gut genug, um Anlegerinteressen verfolgen zu können. Warum verspricht der ETF-Anbieter den Anlegern dennoch, die Anlage-Ziele zu erreichen? Höchste Präzision wird gefordert, möchte ein Fonds einen Index wie den amerikanischen S&P 500 oder den Dax abbilden. Mit der Einhaltung dieser Präzision werben Anbieter zwar aber sie kann praktisch nicht garantiert werden. Die wenigsten ETF kaufen wirklich alle Aktien, die in einem Index vertreten sind. Daraus resultieren Abweichungen zwischen der Wertentwicklung von Index und ETF. Im S&P sind beispielsweise 500 Aktien enthalten. Befinden sich alle diese Aktientitel mit der gleichen Gewichtung wie im Index auch im Fonds, entwickelt sich der ETF grundsätzlich gleich wie der Index.

Einige Anbieter verzichten aber darauf, alle Aktientitel in den ETF aufzunehmen. Sie bevorzugen eine individuelle Selektion. Man kennt die Selektion auch unter dem Begriff Sampling. Die Tracking-Difference kann entsprechend hoch ausfallen. Es besteht eine weitere Problematik: Die Häufigkeit der Aktienkäufe und -Verkäufe.

Ein ETF reagiert sofort, sollte sich bei der Gewichtung von einzelnen Aktien etwas ändern oder wenn eine Aktiengesellschaft in den Index aufsteigt. Das kann viel Geld kosten, weil für jeden Aktienkauf Handelskosten anfallen. Je höher die Kosten sind, desto negativer wirkt sich das auf die Wertentwicklung aus. Diese ETF entwickeln sich also schlechter als ihr Index. Den ETF-Anlegern werden die Kosten verschwiegen. Die ETF-Anbieter informieren zwar über die sogenannte Gesamtkostenquote (oder TER), die sich aus den Verwaltungsgebühren und den Kosten für die Depotbank ergibt, die Handelskosten werden in dieser Quote aber nicht beachtet.

Eine Kapitalmarkttheorie mit bösen Folgen. Indexfonds kritisch betrachten.

Die Studien renommierter Wirtschaftsforscher bestätigen: Bei Nachbildungen von Indizes müssen Anleger mit geringeren Renditen rechnen, als bei der Einhaltung von einfachen Investitionsregeln. Eine große Zahl an Anlegern folgt der CAPM-Theorie bei der Investition in einen Indexfonds. Die CAPM-Theorie bewertet risikobehaftete Anlageformen und zielt auf die Herleitung von Gleichgewichtskursen ab. Die CAPM sollte von bewussten Anlegern kritisch betrachtet werden. Für das erste scheint es äußerst einfach, sich auf die Effizienz ganzer Kapitalmärkte zu verlassen. Der Anleger sucht sich den für ihn attraktivsten Indexfonds aus, der seinen bevorzugten Index (wie den Dax oder den MSCI World) möglichst genau nachbilden sollte. Er kauft also indirekt die Aktien, welche der Index enthält.

Der Anteil der Aktien ist genau so groß, wie auch der Anteil der jeweiligen Aktien im Index. Das Anleger-Portfolio entwickelt sich dann annähernd gleichermaßen, wie die aktuellen Indexwerte. Nach der Theorie des US-Ökonoms und Nobelpreisträgers Eugene Fama, haben die Finanzmärkte zu jedem Zeitpunkt alle verfügbaren Informationen schon verarbeitet. Es wäre völlig unmöglich, dass einzelne Finanzakteure klüger seien als der Markt. Die noch breiter ausformulierte CAPM-Theorie greift auf die Effizienz der Märkte zurück und lässt dadurch Prognosen zu. Millionen Anleger haben aufgrund der Theorie günstige Indexfonds für Ihre Investition ausgewählt. Angeboten werden am Finanzmarkt viele davon. Was die meisten Anleger leider nicht wussten: Die CAPM-Theorie ist fehlerhaft, die Annahmen realitätsfern und die Prognosen hatten mit der Wirklichkeit wenig zu tun.

Die Rendite der Indexfonds fällt häufig wesentlich geringer aus, als bei einfachen Strategien bzw. aktiv gemanagten Fonds. Pablo Fernandez, Finanzprofessor der IESE Business School, veröffentlichte einen Bericht, dass sich die Werte der meisten Aktienindizes in den Vorjahren erheblich schlechter entwickelten, als die in den Anleger-Portfolien enthaltenen Aktien. Eine ganze Reihe weiterer Studien untermauern diesen Bericht.